Jede sechste Android-Anwendung enthält „Energie-Bugs“

18% aller Android-Anwendungen enthalten Energie-Bugs. Dies geht aus einer Studie der Technischen Universität Dresden hervor, die am 21. August auf der internationalen Konferenz GreenCom 2013 in Peking vorgestellt wird. Betroffen sind auch Mailing- und SocialMedia-Anwendungen namhafter Softwareentwickler wie Microsofts Outlook und Googles Google+.

In der Studie, wurden über 9 Millionen-Nutzer-Kommentare aus Googles App-Store „Google Play“ für Android-Anwendungen analysiert und bezüglich Hinweisen intersucht, die auf negatives Energie-Verhalten einer Anwendung schließen lassen. „Solch ein Energie-Bug ist beispielsweise das Laufen einer App im Hintergrund über einen längeren Zeitraum, ohne dass der Nutzer einen wirklichen Nutzen davon hat“, erklärt Claas Wilke, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden. „Ein häufig geschildertes Scenario ist beispielsweise das Leerlaufen der Smartphone-Batterie über Nacht, nach dem ein Nutzer eine neue App installiert hat.“ Weitere häufig genannte Ursachen seien Synchronisations-Probleme und das regelmäßige Nachladen von Werbebannern in kostenlosen Anwendungen.

Von den ausgewerteten 9 Millionen Nutzerkommentaren ließen sich zu 18% der untersuchten 21.500 Android-Anwendungen Kommentare finden, die sich über Energie-Bugs beschweren. „Auch wenn ein einzelner negativer Kommentar noch keine signifikanten Bugs in einer Anwendung aufzeigt, machen diese Zahlen doch die Größe des Problems deutlich“, so Claas Wilke. Ebenfalls ließe sich zeigen, dass sich Energie-Bugs negativ auf die Bewertung der Anwendungen im Google Play Store auswirken. „Anwendungen mit vielen Energie-Bugs werden deutlich schlechter bewertet. Damit werden die Bugs neben den Nutzern auch ein Problem für die App-Entwickler“, so Claas Wilke. Auch sei das Problem der Energie-Bugs kein Problem kleinerer Softwarefirmen, denn auch Anwendungen namhafter Unternehmen wie Microsoft und Google sind betroffen. So lassen sich unter den am häufigsten negativ genannten Anwendungen die Emailclients Hotmail- und Outlook, sowie die Social-Media-App Google+ finden.

Hintergrund

Durch Anwendungen verursachter Energieverbrauch ist heute besonders für mobile Endgeräte ein großes Problem. Anwendungen die häufig auf energiehungrige Funktionen der Geräte (wie z.B. GPS-Positionierung und Grafikberechnungen) zugreifen, können ein Smartphone in wenigen Stunden komplett entladen. Hohes Datenaufkommen über mobile Internet- oder W-LAN-Verbindungen kann sich ebenfalls sehr negativ auf die Akkulaufzeit auswirken.

Am Lehrstuhl für Softwaretechnologie der TU Dresden werden deshalb Methoden und Techniken für den Energie-Test mobiler Anwendungen entwickelt, um entsprechende Energie-Bugs schon während der Entwicklung und damit vor der Nutzung durch den Endkunden zu entdecken und zu beseitigen.

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